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Usedom
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Wissenswertes über Ihre Ferieninsel Usedom

Die geographische Lage:

Die Insel Usedom liegt mit seinen 445 km² vor dem Stettiner Haff, in der Ostsee. Sie gehört zum größten Teil dem Land Mecklenburg-Vorpommern. Der östlichste Teil der Insel mit 72 km², ist polnisches Staatsgebiet. Usedom wird im Westen vom Peenestrom, im Osten von der Swine und im Norden von der Ostsee (Pommersche Bucht) begrenzt. Nordwestlich von Usedom liegt die Insel Rügen, östlich Wollin.  Vorgelagert sind die Inseln Ruden und Greifswalder Oie. Usedom ist eine von Hügeln, Wäldern und Seen geprägte Insel. Mit (durchschnittlich) 1917 Sonnenstunden im Jahr, ist Usedom die sonnenreichste Region Deutschlands.

Die geologische Geschichte der Insel Usedom:

Die Insel ist Teil eines Endmoränenbogens, dessen Fortsetzung auf der Insel Wollin zu finden ist. Er entstand an der Stirn des zurückschmelzenden skandinavischen Eises der Weichseleiszeit vor etwa 15.000 Jahren. Die Schmelzwässer flossen nach Süden in einen Eisstausee, der heute das Stettiner Haff bildet. Durch die ehemaligen Schmelzwassertäler wird heute das Haff entwässert. Mit dem Ansteigen des Ostseespiegels am Ende der letzten Eiszeit kam es durch Strandversatz zur Bildung einer Ausgleichsküste, die heute in Form der Sandstrände zu finden ist.

Wie überall in Mecklenburg-Vorpommern finden sich auf Usedom die für ehemalige Vergletscherungsgebiete typischen Findlinge. Durch ihre ortsfremden Gesteinsarten sind sie ein direkter Nachweis für die Vergletscherung, denn die teilweise mehrere Kubikmeter großen und einige Tonnen schweren Gesteine stammen ausnahmslos aus Skandinavien und vom Grunde der Ostsee und können nur durch Eis transportiert worden sein. Die Findlinge weisen häufig Erosionsformen durch den Eistransport in Form von Kratzern und Schliffflächen auf.

Im Usedomer Gesteinsgarten sind die wichtigsten Gesteinsarten der Findlinge zu bestaunen. In enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Geologische Wissenschaften der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, vermittelt die Freiluftausstellung im Forstamt Neu Pudagla dem Besucher einen Einblick in die geologische Vergangenheit der Insel. Als geologische Besonderheiten gelten beispielsweise ein Nexösandstein mit einem Volumen von etwa 2,3 m³ und parallelen Gletscherschrammen auf der Oberfläche, ein Konglomerat, bestehend aus verschiedenen gerundeten Geröllen der Brandungszone eines Strandes oder auch ein Skolithussandstein mit fossilen Wurmgängen. Der älteste Findling ist etwa 2 Milliarden Jahre alt.

Zeit-Geschichte der Insel Usedom:

Der Name Uznoimia civitas, wurde um 1125 von dem hier missionierenden Bischof Otto von Bamberg erstmals bezeugt. Er bezieht sich auf die gleichnamige Kleinstadt im Südwesten der Insel. Im Jahr 1420 wandelt sich der Name in Usedum. Seit dem             10. Jahrhundert stand bei Usedom eine slawische Burgsiedlung. Die wurde um 1115/1119 von den Dänen zerstört. An die Annahme des Christentums durch die slawischen Großen der Insel und des angrenzenden vorpommerschen Festlandes am Pfingstsonntag des Jahres 1128 erinnert ein 1928 auf dem Burgwall von Usedom errichtetes Kreuz.

Um 1159 entstand eine planmäßige Stadt. Bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts war der Ort Usedom eine der Lieblingsresidenzen der Herzöge von Pommern. Danach verlor sie diese Bedeutung, zugunsten von Wolgast und Stettin. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts begann nach jahrzehntelangen Kämpfen zwischen den slawischen Einwohnern und den Dänen, die Einwanderung deutscher Siedler. Nach und nach wurde die Insel dem deutschen Kulturraum angeschlossen. Adlige deutscher und slawischer Herkunft ließen sich zu Lehnsrecht nieder. Es entstanden Dörfer, Felder wurden bearbeitet. An Stelle der slawischen Großsiedlung Usedom entstand die deutsche Stadt Usedom, die 1298 das Stadtrecht erhielt.

1630 landete die schwedische Armee unter Gustav II. Adolf bei Peenemünde. Damit begann das Eingreifen des nordischen Königreiches in den Dreißigjährigen Krieg. In dessen Ergebnis fiel Usedom zusammen mit dem übrigen Vorpommern und dem gesamten Odermündungsgebiet einschließlich der Nachbarinsel Wollin an Schweden und wurde Teil von Schwedisch-Pommern.
Das Gebiet blieb jedoch Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Weder damals noch bei weiteren Besitzwechseln bis 1945, fand eine Vertreibung der ansässigen Bevölkerung statt. Zwischen 1648 und 1720 war die Insel Usedom mehrfach Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen Brandenburg-Preußen und Schweden. Im Ergebnis des großen Nordischen Krieges (1700-1721) ging die Insel endgültig an Preußen.

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gelangte der Ausbau, der bisher nur schwer passierbaren Swine, in dessen Ergebnis eine neue Stadt, Swinemünde, entstand. 1818 wurde als Teil der preußischen Verwaltungsreformen aus den beiden Inseln Usedom und Wollin der Landkreis Usedom-Wollin mit der Kreisstadt Swinemünde gebildet. Bereits wenige Jahre später, 1824 beziehungsweise 1825 begann der Badebetrieb in den Orten Swinemünde und Heringsdorf, denen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts noch Koserow, Zinnowitz und Ahlbeck folgten. Die große Zeit der Seebäder, die Usedom überregional bekannt machten, begann nach der Reichsgründung.

Im 19. Jahrhundert hatte die Insel durch ihre Nähe zu Berlin eine so große touristische Bedeutung, dass 1876 als Abzweig der Bahnlinie Berlin;Prenzlau;Stralsund eine direkte Bahnlinie von Berlin nach Ahlbeck und Swinemünde gebaut wurde. Von dieser Bahnlinie ist außer dem Bahndamm und einigen Bahnhofsgebäuden nur noch die eindrucksvolle Ruine der stählernen Hubbrücke in Karnin erhalten. Während des Zweiten Weltkrieges befanden sich in Peenemünde die Heeresversuchsanstalt Peenemünde, ein Testgelände für Raketen, die Erprobungsstelle der Luftwaffe Peenemünde-West und in Swinemünde ein Marinestützpunkt. Diesen drei Anlagen galten die alliierten Luftangriffe der Jahre 1943 bis 1945. Die Toten wurden in Massengräbern auf dem Golm, einer Anhöhe bei Kamminke, direkt an der heutigen Grenze, beigesetzt. Hier befindet sich sich heute eine Gedenkstätte.
 
Auf der Potsdamer Konferenz wurde mit der Festlegung der deutsch-polnischen Grenze die Unterstellung Swinemündes unter polnische Verwaltung beschlossen. Die offizielle Übergabe durch den Landrat des Kreises Usedom-Wollin (ab da nur noch Kreis Usedom) erfolgte am 6. Oktober 1945 im Beisein von Vertretern der sowjetischen Besatzungsmacht. 1950 erkannte die DDR im Görlitzer Abkommen die neue Grenze an, 1990 auch das wiedervereinigte Deutschland. Mit der Verwaltungsreform vom Sommer 1952 entstand aus dem Kreis Usedom und Teilen des angrenzenden Festlandes, die vorher zum Kreis Greifswald gehört hatten, der neue Kreis Wolgast mit Sitz der Kreisverwaltung in der gleichnamigen Stadt. Dieser Kreis bestand bis zur Kreisgebietsreform des Jahres 1994. Dann wurde er mit den Kreisen Anklam und Greifswald zum Landkreis Ostvorpommern zusammengeschlossen, dessen Sitz die Stadt Anklam ist.

Der Fremdenverkehr blieb nach dem Zweiten Weltkrieg neben Landwirtschaft und Fischerei, ein wichtiger Wirtschaftszweig. Volkseigene Betriebe aus der DDR, dem Feriendienst des FDGB und staatliche Institutionen übernahmen die Einrichtungen. 1953 wurden die meisten privaten Hotels und Pensionen beschlagnahmt beziehungsweise enteignet. Im Norden der Insel übernahm die NVA von den Sowjets die alten Militäranlagen in Peenemünde und Karlshagen, die zu einem Marine- und Luftwaffenstützpunkt wurden. Nach 1990 wurden alle Armeestandorte aufgelöst. Hauptwirtschaftsfaktor ist seit 1990 wieder der Tourismus.

Infrastruktur:

Die Insel Usedom hat eine große Bedeutung für den Fremdenverkehr beider Länder. In allen genannten Orten befinden sich Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Campingplätze unterschiedlichster Preiskategorien. Hinzu kommen diverse Freizeiteinrichtungen wie Meerwasserbäder, Schmetterlingsfarm, Golfplätze und ein Kletterwald. Anziehungspunkte für den Fremdenverkehr sind neben den Kaiserbädern und den anderen Badeorten, die auf der Insel liegenden Binnenseen, wie der Schmollensee, der Gothensee oder der Wolgastsee. Im Hinterland befindet sich die reizvolle Kleinstadt Usedom, verschiedene Dörfer, sowie Schlösser (Mellenthin, Schloss Stolpe), die alte Hubbrücke in Karnin, die Halbinseln Lieper Winkel und der Gnitz, die das Achterwasser einrahmen. Im Dezember 1999 wurde der Insel Usedom das Attribut "Naturpark", im Sinne einer großflächigen Kulturlandschaft, offiziell verliehen. Ausgewiesene Naturschutzgebiete sind u.a. das  Naturschutzgebiet Peenemünder Haken und der Ruden, das älteste NSG Usedoms, seit 1925.

Usedom wird von Ost nach West über die Bahnstrecke Ducherow; Heringsdorf ;Wolgaster Fähre von der Usedomer Bäderbahn erschlossen. Die Auffahrt zur Insel ist über zwei Klappbrücken möglich. Im polnischen Swinemünde befindet sich ein Fährhafen für die Überfahrt nach Schweden (Ystad). Bei der Ortschaft Garz nahe der polnischen Grenze befindet sich der Inselflughafen

Seit September 2008 fährt die Usedomer Bäderbahn grenzüberschreitend bis in das Zentrum von Swinemünde.

 

 

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